Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Warburg

Historische Entwicklung des Ortsvereins Sozialdienst

katholischer Frauen e.V. Warburg

Im Juni 1931 gründete eine Gruppe engagierter katholischer Frauen den Warburger Ortsverein „Katholischer Fürsorgeverein für Mädchen, Frauen und Kinder“, den heutigen „Sozialdienst katholischer Frauen“. Damit begann auch im damaligen Kreis Warburg eine Bewegung von katholischen Frauen, die sich dem im Jahre 1899 von Agnes Neuhaus in Dortmund gegründetem Verein und seinem Selbstverständnis verpflichtet fühlten, nämlich, sich besonders für Frauen, Kinder und Familien einzusetzen – nach dem Motto: Da sein, leben helfen.

Als erste Aufgabe übernahmen die anfangs ausschließlich ehrenamtlich tätigen Mitarbeiterinnen die Betreuung von gefährdeten Mädchen. Vom Jugendamt des Kreises Warburg wurde der neu gegründeten Ortsgruppe schon bald die Betreuung von Pflegekindern sowie die Auswahl und Begleitung von Pflegern und Vormündern übertragen.
Der so genannte Pflegekinderdienst gehört auch heute noch zu den Aufgaben des Warburger SkF-Ortsvereins. Er wurde entsprechend den Herausforderungen der jeweiligen Zeit und rechtlichen Erfordernissen weiter entwickelt. Seit 1997 wird der Pflegekinderdienst im gesamten Kreis Höxter von den Fachkräften des SkF geleistet.

Auch die von der im Jahre 1931 gegründeten Gruppe übernommene Vormundschaftsarbeit gehörte durchgängig zum Aufgabenbereich des SkF Warburg. – Im Jahre 1992 trat das „Betreuungsgesetz“ (BtG) in Kraft. Es löste das bisherige Recht über Vormundschaften und Pflegschaften für Volljährige ab. Der SkF Warburg stellte sich dieser Herausforderung und nimmt seither als anerkannter Betreuungsverein durch seine entsprechenden Fachkräfte die nach dem Betreuungsgesetz erforderliche Betreuungsarbeit wahr.

Anlässlich der Neufassung des § 218 des Strafgesetzbuches (StGB) im Jahre 1976 wurden auch im Erzbistum Paderborn katholische Schwangerschaftskonflikt-Beratungsstellen eingeführt, die allesamt in der Trägerschaft von SkF-Ortsvereinen waren. Der Ortsverein Warburg begann im Juni 1978 in Höxter seine Beratungsarbeit für werdende Mütter in Not- und Konfliktsituationen. Damit hatte der SkF Warburg nicht nur einen neuen Arbeitsbereich übernommen, sondern auch eine „Außenstelle“ errichtet und seine Aktivität auf den gesamten Kreis Höxter ausgeweitet. Diese Schwangerenberatung durch den SkF im Kreis Höxter endete im Jahre 2000.

Ende der achtziger Jahre begann in der hiesigen Region die Diskussion über die Einrichtung eines Frauenhauses im Kreis Höxter. Dem SkF Warburg war bewusst, dass Frauenhausarbeit eines seiner verbandsspezifischen Aufgabenfelder ist. So übernahm der Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Warburg die Trägerschaft für das am 1. September 1994 eröffnete Frauen- und Kinderschutzhaus im Kreis Höxter. Jährlich finden etwa 40 Frauen und 50 Kinder in dieser Zufluchtsstätte für Frauen in Not Schutz und Hilfe. – Auf Initiative des SkF Warburg wurde im Januar 1998 der „Förderverein Frauen- und Kinderschutzhaus im Kreis Höxter“ gegründet. Er unterstützt die Frauenhausarbeit des SkF Warburg – sowohl finanziell als auch im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit.

Von Beginn an verstand sich der SkF-Ortsverein – über die speziellen Aufgabenfelder hinaus – immer auch als Anlaufstelle für Menschen in allgemeinen Notsituationen. Dieser so genannte Allgemeine Soziale Dienst wird auch heute noch – zwar in einem geringen Umfang wegen fehlender finanzieller Mittel – vom SkF Warburg angeboten. So erfahren Menschen in den unterschiedlichsten Notsituationen auch heute beim SkF Warburg unmittelbar und kurzfristig Hilfe. Bei Bedarf werden sie an andere Fachdienste für eine längerfristige Beratung vermittelt.

Die gegenwärtigen Arbeitsbereiche, in denen der Warburger SkF-Ortsverein kreisweit tätig ist, sind der Pflegekinderdienst, die Betreuungsarbeit gemäß Betreuungsgesetz (BtG), das Frauen- und Kinderschutzhaus im Kreis Höxter, der Allgemeine Soziale Dienst. – Diese Aufgaben werden – entsprechend des vereinsspezifischen Prinzips – gemeinsam von hauptberuflich und ehrenamtlich Tätigen wahrgenommen.

 

 

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